Liebe Leser,

eine besondere Möglichkeit eines eigenen Blog ist, dass man auch persönliche Einblicke/Momente einbinden kann. Der Alltag eines Traders ist nicht immer, wie in den Medien verkörpert, von andauernden Millionen von Gewinnen geprägt. Es treten immer wieder auch mal Durststrecken oder sogar härtere Zeiten auf. Natürlich verliert darüber so gut wie keiner ein Wort. Jeder möchte wenn möglich nur seine Siege bzw. Gewinne darstellen und keineswegs von einer Niederlage oder einem Verlust sprechen. Aber warum? Vollzeit-Trading ist ein Beruf und in jedem Beruf gibt es gute und schlechte Phasen.

Exakt diese Tagträume möchte ich mit meinem Blog zum „Platzen“ bringen, denn ich sage damit nicht mehr als die Wahrheit. Ich handel nun schon 15 Jahre an den Aktienmärkten, dabei waren die ersten 4-5 Jahre, Jahre des „Lehrgeldes“. Daraus habe ich noch nie ein Geheimnis gemacht. Jeder Anleger und Trader geht im Regelfall diesen Weg und muss die Börse zunächst von der harten Seite kennenlernen.

Nach diesen 4-5 Jahren und der fast vollständigen Liquidierung meines ersparten Kapitals, begann ich mich erst intensiv mit der technischen Analyse zu befassen und begann in Stücken mein verlorenes Kapital wieder zurück zu gewinnen. Jahr für Jahr konnte ich meinen Trading Stil verbessern und meine Gewinne glücklicherweise ausbauen.

Inbesondere in den Jahren von 2003 bis Ende 2009 sprudelte es nur so förmlich von Gewinnen und nach den harten Jahren des Lehrgeldes war ich in der Tat in großen Gewinnen angekommen. Rückblickend muss ich gestehen, dass es mir selbst schon ein wenig unheimlich vorkam. Exakt in solchen Momenten oder Phasen des Tradings ist es aber wichtig einen kühlen Kopf zu bewahren. Schließlich kann die Siegesserie jeder Zeit ein Ende finden, sprich die zu Beginn erwähnte Durststrecke oder gar härtere Zeit könnte bevorstehen.

Genau diese Durststrecke spüre ich nun schon eine gewisse Zeit, bedingt durch die expansive Geldmarktpolitik, denn diese verfälscht die Charttechnik massiv. Manch einer wird vermutlich nun sagen, der Markt steigt doch nur und man kann doch nur verdienen? Falsch, so meine Sichtweise, denn für mich ist nicht entscheidend ob der Markt steigt oder fällt, für mich ist entscheidend ob mein langjähriger Handelsansatz weiterhin funktioniert. Eine Geheimhaffe führt eine gewisse Zeit zum Erfolg und irgendwann muss eine neue Geheimwaffe her, um den Markt zu schlagen. Wenn man solch eine Durststrecke erlebt, ist keineswegs ein Ende im Traderalltag bevorstehend. Es heißt an sich zu arbeiten und seine Handelsgröße (Positionsgröße) zu reduzieren, um das Risiko zu minimieren, bis man entweder sein System wieder einsetzen kann oder es entsprechend erfolgreich modifiziert hat.

Jetzt werden Sie sich vermutlich fragen, warum schreibt der Herr Gossen nur solch einen Blog Beitrag? Ich möchte Ihnen einfach die Wahrheit mit auf den Weg geben. Börse ist keine Einbahnstraße von Gewinnen oder Verlusten und es gilt immer an sich zu arbeiten. Wenn Sie glauben, dass eine Durststrecke oder eine härtere Zeit das Ende bedeutet, nein! Arbeiten Sie an sich weiter, so muss ich es auch. Nach diesen Zeiten stehen unmittelbar wieder wunderbare Jahre mit Erfolg für Sie bereit. Vielleicht wartet ja wieder solch eine traumhafte Serie von 6 Jahren am Stück auf uns 😉 .Verluste gehören dazu und sind im Regelfall nur die gesunde Pause zur nächsten Serie.

Wahrheit, Hoffnung und Mut möchte ich Ihnen einfach mit diesem Beitrag auf den Weg geben. Machen Sie das Beste draus! Börse ist keine Einbahnstraße, unabhängig von der Richtung in welcher Sie sich vielleicht gerade bewegen!

Vielleicht ist ja mit einer der nächsten Analysen der ein oder andere gute Handelsansatz gegeben, um eine erfolgreiche Richtung einzuschlagen…

Viel Erfolg wünscht,

John Gossen

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